CD: Keltische Rockmusik auf Bairisch von IRXNKraftvoller Rocksound mit traditionellem Liedgut auf „Wolfspfad"
„Wolfspfad" ist die erste CD der bayerischen Band IRXN, die neu auf den Musikmarkt erschienen ist. Wer Folk Rock liebt, wird von dieser Musik überzeugt sein.
IRXN, das sind fünf echte Bayern, nicht solche in Lederhosen und Trachtenjanker, eher Typen von der Sorte: wild-romantisch. Vielleicht, weil der Sänger und Gitarrist Berni Maisberger lange Haare trägt, der Schlagzeuger Markus Traurig mit seinem Kopftuch an einen modernen Piraten erinnert und der Gitarrist Reinhold Alsheimer, mit seinen zwei Bartzöpfen – links und rechts vom Mundwinkel – ein wenig nordisch-verwegen aussehen mag. So wie man sie wahrnimmt, so ist auch ihre Musik – erdig und bodenständig. Eine Mischung aus deftigem Rocksound und Traditionellem, teils aus dem osteuropäischen Raum, teils mit keltischen Wurzeln, sauber verfeinert mit altbairischen Text- und Liedelementen. Kraftvolle Musik, die an den Gefühlen zerrtSie nennen ihren Stil „The Spirit Of Bavarian Folk Rock“ und diesen Geist aus alten Zeiten bekommt ihr Publikum auch zu spüren – zeitgemäß arrangiert. Diese Musik, aus der Feder von Berni Maisberger, wühlt in den Gefühlen und zerrt an der Sehnsucht. Wenn in der Titel-Ballade „Wolfspfad“ German Heimrath leise mit der Geige beginnt, taucht tatsächlich ein Wolf vor dem inneren Auge auf, wie er einsam aber in Freiheit lebend, über das grüne irische Hochland seiner aufgenommenen Fährte folgt. Markenzeichen „Schottenrock und blanke Wadel“Die Musiker leben in ganz Bayern verstreut. Erst seit zwei Jahren existiert die Band, weil sie zufällig auf den Bavarian Highland Games in der Hallertau zu einem gemeinsamen Auftritt kamen. „In kurzer Zeit hatten wir damals unsere Repertoires fusioniert“, erzählt Heimrath. Die Bandmitglieder kommen aus verschiedenen Genres, etwa vom Punkrock, den der Gitarrist Reinhold Alsheimer mit seinem Markenzeichen „Schottenrock und blanke Wadel“, neben dem schon erwähnten Keltenbart, einbringt oder dem Funk und Soul vom Schlagzeuger Markus Traurig. Gut arrangiert: Irish Folk, Csárdás und bairische VolksmusikNein, es ist kein Stil-Verhau. IRXN vereint diese Vielfalt zu einem eigenen Charme. Mutig setzt die Band zwei für die Rockmusik ungewöhnliche Instrumente ein: Die Geige, die bei den Songs meist den Ton angibt und aus dem puren Rock einen Irish Folk oder einen ungarischen Csárdás macht. Und die Tuba, zu der der Jazz-Bassist Peter Gschwandtner greift, ihren Brummton nur sparsam platziert, gerade soviel, dass bairische Volksmusikelemente ins Rockgeschehen fließen. „Wer Ideen hat bringt sie ein und dann wird solange gefeilt, bis das Lied in Form ist“, erklärt Heimrath. Er ist der Klassiker unter den Bandmitgliedern, der Violine und Komposition studiert hat. Die endgültige Form ihrer Musik gibt Berni Maisberger mit seinem Gesang und dem Inhalt seiner Texte. Im Titelsong „Wolfspfad“ singt er gefühlvoll sanft und ausnahmsweise nicht auf Bairisch, sondern lehnt sich hier dem Text-Stil des frühromantischen Dichters Novalis an. Er ist ein literarisches Vorbild des Songwriters Maisberger. Sonst geht es auf der neuen CD recht zünftig zu, überspitzt handeln die Texte vom Leben oder sind rotzfrech, wie im feurigen Csárdás „Zigano“, eine Hommage an das „fahrende Volk. IRXN macht Volksmusik der Moderne. Die Band bleibt ihrem Namen gerecht: IRXN ist altbairisch und heißt Kraft, und das hat ihre Musik.
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